Medienberichte
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Starthilfe für Talente
Für kluge Köpfe aus sozial schwachen Familien gibt es eine Vielzahl von Förderprogrammen. Entscheidend für die Auswahl sind neben den Schulnoten Leistungsbereitschaft und Herkunft.
Von Martin Gropp
Mehmet Gökkaya ist froh, dass er nicht auf seine Freunde gehört hat. Vor sechs Jahren machte eine Lehrerin den in der Türkei geborenen jungen Mann auf "Talent im Land" aufmerksam, ein Stipendienprogramm, das in Baden-Württemberg begabte Jugendliche mit Migrationshintergrund fördert. "Ich war noch nicht lange im Land und mein Deutsch war schlecht", berichtet der heute Vierundzwanzigjährige. Als er seinen Freunden auf einer Hauptschule in Stuttgart erzählte, dass er sich bewerben werde, fielen harte Worte: Das schaffst du nie! Du bekommst ja nicht mal eine Ausbildungsstelle! Der Gegenwind spornte Gökkaya an: Er bewarb sich bei der Stiftung und gleichzeitig um eine Ausbildung als Mechatroniker. Erst als feststand, dass er beide Plätze hatte, sagte er die Ausbildung wieder ab. Er wollte mehr. Mehmet Gökkaya ist einer von rund 1000 jungen Menschen mit Migrationshintergrund, die ein Verbund aus bayerischen und baden-württembergischen Stiftungen und staatlichen Stellen seit 2003 dabei unterstützt hat, die Hochschulreife oder die Fachhochschulreife zu erreichen. Federführend ist die Robert-Bosch-Stiftung aus Stuttgart. In Baden-Württemberg kooperiert sie mit der dortigen Landesstiftung, in Bayern arbeitet sie mit dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus zusammen. Gökkayas Weg ist beispielhaft für eine Bildungskarriere, wie sie sich die Programmträger erhoffen: Mit 15 Jahren war er ohne deutsche Sprachkenntnisse seinem Vater aus der Türkei nach Deutschland gefolgt und kam auf eine Hauptschule. Dann machte er Förderkurse in Deutsch, Englisch und Mathematik, schaffte seinen Werkrealschulabschluss, wechselte auf ein berufliches Gymnasium mit Schwerpunkt Chemie und Ernährungslehre und machte dort das Abitur. Heute studiert er Biochemie in Tübingen. "Für mich hat, Talent im Land' das Unmögliche möglich gemacht", sagt Gökkaya. Neben der Fördersumme von durchschnittlich 200 Euro im Monat hätten ihm vor allem die Seminare und die Deutschkurse im Rahmen des Bildungsprogramms weitergeholfen.
Tina Stengele, die Koordinatorin des Förderprogramms, hält Mehmet Gökkaya auch noch über den schulischen Erfolg hinaus für ein gutes Beispiel. "Unsere Stipendiaten sind Menschen mit einer großen Zielstrebigkeit und klaren Zielen vor Augen", sagt sie. Zwar sei "Talent im Land" eine Begabtenförderung, deshalb spielten Schulnoten für eine Bewerbung eine Rolle. Dennoch gebe es keinen Numerus clausus. "Wir sagen nicht: Du brauchst eine Eins vor dem Komma, sonst lohnt sich eine Bewerbung nicht", betont Stengele. Nicht einmal eine Zwei sei unbedingt nötig. "Wir schauen auch auf das Begabungspotential." Wie lange ist der Bewerber schon in Deutschland? Wie hat er sich hier entwickelt? Ist eine Steigerung ablesbar? Das sind die Fragen, die sich die Auswahljury laut Stengele stellt. Zu den Unterlagen, die ein Bewerber einreichen muss, zählen die Zeugnisse der vergangenen Jahre sowie eine Lehrerempfehlung. Was aber, wenn zwei Bewerber ähnliche Noten vorlegen und nur ein Platz zur Verfügung steht? "Dann nehmen wir das Kind auf, das gerade nicht aus einem Akademiker-Haushalt kommt", sagt Tina Stengele.
Auch für die Start- Stiftung , die seit 2002 in Hessen Jugendliche mit Migrationshintergrund fördert und ihre Arbeit 2007 auf alle Bundesländer außer Bayern und Baden-Württemberg ausgedehnt hat, spielt der Leistungswille eine große Rolle. […] 2002 kam die Spätaussiedlerin [Olga Barbie] aus Kasachstan mit rudimentären Sprachkenntnissen nach Deutschland. Ähnlich wie Mehmet Gökkaya landete sie deshalb auf der Hauptschule und musste zwei Klassen wiederholen. "Es gab Zeiten, in denen ich mich gefragt habe, warum machst du das alles?", berichtet die inzwischen 22 Jahre alte Frau. Aber offenbar waren der Wille und die Ausdauer stärker als der Zweifel, Barbie wurde von der Start- Stiftung aufgenommen. […] An ihr und Mehmet Gökkaya gefiel den Stiftungen neben ihrem Leistungswillen auch noch ihr soziales Engagement. Olga Barbie war Klassensprecherin und Klassenfahrtorganisatorin, Mehmet Gökkaya unter anderem Jugendrat in Stuttgart-Süd, wo er die Interessen seiner
Altersgruppe auf kommunaler Ebene vertrat. […] Mehmet Gökkayas Vater hat in der Türkei keinen Beruf gelernt und in Deutschland als Lagerist gearbeitet. "Er hat zwar immer gesagt: Mach deine Bildung", sagt Gökkaya. Aber erst das Talent-im-Land-Programm habe ihm gezeigt, wie er seine Ziele erreichen könne. "Ich weiß nicht, ob ich das alleine geschafft hätte." "Wir wählen nicht nur die Leute aus, die es sowieso geschafft hätten."
Zeitungen der Ortenau
Stipendien für fünf junge Ortenauer
Schüler aus Zuwandererfamilien ausgezeichnet
Ortenau/Stuttgart (red/rr). Bei der aktuellen Debatte um Integration dürfen sie nicht vergessen werden: Schüler aus Zuwandererfamilien, die mit ihren vielfältigen Talenten und ihrer Zielstrebigkeit beweisen, dass Integration und Bildung Hand in Hand gehen können. Auch in diesem Jahr fördern die Robert-Bosch-Stiftung und die Baden-Württemberg-Stiftung 50 neue Stipendiaten auf ihrem Weg zu einem höheren Bildungsabschluss. [...]Aus dem Ortenaukreis sind fünf junge Leute dabei: Maria Ruhl [...]: Die Offenburgerin engagiert sich ehrenamtlich in einem Kindergarten und ist Mitglied einer Yoga-Gruppe. Wunschberuf: Lehrerin. Merve Deniz [...]: Wohnt in Hausach und besuchte bis 2007 parallel zur deutschen auch die türkische Schule; ist im Volleyballverein, im türkischen Kulturverein und in der Schülerbibliothek-AG aktiv. Sara Tesfamariam [...]: Die Achernerin hat sich über die Haupt- und Realschule zum Gymnasium hochgearbeitet. Sie singt sehr gerne, erteilt Nachhilfe und engagiert sich bei der Hausaufgabenbetreuung. Mücahide Rana Yilmaz [...]: Wohnt in Achern, gibt Mathematiknachhilfe und hilft bei der Hausaufgabenbetreuung, ist aktiv bei der Fußball- und Bühnenbild-AG. Rezan Celik [...]: Der Lahrer ist stellvertretender Schulsprecher und aktiv beim SMV-Projekt »IGB spendet für Haiti«. Er erteilt Nachhilfe beim Projekt »Zweite Schule und spielt im Fußballverein. [...]
Südkurier
Die Chance des Lebens
Das Land fördert 50 begabte junge Ausländer Die 15-jährige Schülerin Valeria Rybin gehört dazu
Stuttgart - Valeria ist 15 Jahre alt und besucht die 10. Klasse am Gymnasium in Aulendorf. Eine ganz normale Schülerin, aber nur fast: Valeria Rybin stammt aus Kasachstan. Die Mutter zog nach Deutschland, als ihre Tochter vier war. "Ich fühle mich wohl hier, auch in meiner Klasse", erzählt das Mädchen, das hier aufwuchs und akzentfrei deutsch spricht. […]
Valeria Rybin ist eine von 50 neuen Stipendiaten, die in diesem Schuljahr neu ins Förderprogramm "Talent im Land" aufgenommen wurden. 50 junge Menschen im Alter von 13 bis 25 Jahren, die in 24 Staaten dieser Welt jenseits der deutschen Grenzen geboren wurden – in Sri Lanka und Vietnam, Irak und Eritrea, Türkei, Libanon und Bulgarien. 50 begabte Schüler, die überwiegend das Gymnasium, aber auch Realschulen besuchen und das Abitur oder die Fachhochschulreife anstreben.[…]
"Ich sehe das als echte Chance", sagt Valeria Rybin. Dass die 15-Jährige bei 374 Bewerbungen in diesem Jahr für "Talent im Land" von der Jury ausgewählt und das Stipendium bekommen hat, liegt nicht nur daran, dass Valeria mit einem Notenschnitt von 1,7 zu den guten Schülern zählt. Auch soziales Engagement wird von den Stipendiaten erwartet. Valeria punktete durch ihre Mitarbeit bei Schülerzeitung und Schülermitverwaltung an ihrem Gymnasium. Ein weiteres Kriterium ist die Bedürftigkeit.
"Mit Talent im Land wollen wir die Stipendiaten umfassend fördern, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Seminare, Sommerschulen und gemeinsame Aktionen sind dafür entscheidend und sie sind vielen Stipendiaten noch wichtiger als die finanzielle Unterstützung", sagt Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung . "Fast alle – 97 Prozent - machen Abitur. Mehr als ein Drittel wird im Studium von den Begabtenförderwerken aufgenommen. Durch ihre Leistung, Begabung, ihr Selbstbewusstsein und ihr Engagement sind sie Vorbilder für alle Jugendlichen, mit und ohne Migrationshintergrund", sagt Hamm.[…]
Schwäbische Zeitung
Rund um die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit ging es nicht nur um das Zusammenwachsen von Ost und West, sondern auch um die Frage, wie die Integration von Migranten gelingen kann. Nachdem Thilo Sarrazin mit seinem Buch zeigen wollte, dass alles den Bach runter geht, versuchen Politiker in Bund und Land nun das Thema etwas sachlicher anzugehen. Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sagte am Wochenende in einem Interview, er sei bestimmt nicht mit allen Aussagen Sarrazins einverstanden. [...] Sarrazin sehe nur Negatives und biete keine Lösugsvorschläge, so Mappus. "Aber genau darum geht es." Das
Programm "Talent im Land", das von der Robert Bosch Stiftung und der Baden-Württemberg Stiftung betreut wird, ist so ein Lösungsvorschlag. Die Stiftungen vergeben jedes Jahr "Schülerstipendien für begabte Zuwanderer". In der vergangenen Woche wurden in Stuttgart die diesjährigen Teilnehmer vorgestellt. […] Ingrid Hamm, die Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung , ärgerte sich darüber, dass das Wort Migranten derzeit meist negativ belegt ist. In den Schulen seien unter den besten eines Jahrgangs immer auch viele Einwandererkinder, sagte Hamm. Schließlich sei bei ihnen der Wunsch,
etwas zu erreichen, besonders stark ausgeprägt. […]Seit das Programm "Talent im Land" an den Start ging, wurden über 400 Schüler gefördert. Angesichts der Gesamtzahl von knapp 1,7 Millionen Schüler in Baden-
Württemberg erscheint das wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Bei den Initiatoren sieht man die Stipendiaten aber als Multiplikatoren. Sie sollen "Vorbilder für andere Migranten sein", sagt die Stiftungschefin Hamm. "Ich wünsche mir, dass es das Programm in ein paar Jahren nicht mehr gibt, weil wir es nicht mehr brauchen." […]
"Das Programm ist ein positives Beispiel für das Ziel:,Integration durch Bildung'", sagt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. […]
Im Schnitt gibt es pro Jahr fast 400 Bewerbungen. Eine zwölfköpfige Jury wählt am Ende die 50 Kandidaten aus. Dabei zählen nicht nur gute Noten, sondern auch gesellschaftliches Engagement. […]
Südkurier
Ein klares Ziel im Blick
Nataliya Nikolska bekommt ein Stipendium Auszeichnung "Talent im Land" für Abiturientin
Villingen-Schwenningen - Sie spricht sechs Sprachen, hat mindestens genauso viele Interessen und spielt leidenschaftlich gerne Klavier. Noch dazu ist die 17-jährige Nataliya Nikolska aus Schwenningen in der Schule sehr gut. Dafür wurde sie jetzt von der Robert Bosch Stiftung , die zusammen mit der Baden-Württemberg Stiftung die Initiative "Talente im Land" trägt, ausgezeichnet.[...]
Am vergangenen Dienstag hat Nataliya Nikolska im Neuen Schloss in Stuttgart zusammen mit den anderen Stipendiaten die Auszeichnung erhalten. Durch das Programm führte die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Über ihr Stipendium freut sich die Schülerin sehr und sagt: "Das ist eine schöne Belohnung, weil man so merkt, dass man sich nicht umsonst viele Jahre angestrengt hat. Dieser Tag war toll, ich habe so viele nette Leute kennengelernt, dafür hätte ich sogar die finanzielle Unterstützung eingetauscht."
Anstrengen musste sich die junge Frau besonders, denn sie kam im Alter von zehn Jahren mit ihren Eltern und ihrem Bruder Michael aus der Ukraine nach Deutschland - und konnte kein Wort Deutsch.[...] Die dritte Klasse wiederholte sie, wechselte dann auf das Gymnasium Am Deutenberg. Heute spricht sie Ukrainisch, Deutsch, Russisch, Englisch, Französisch und Spanisch. Lernen hat ihr noch nie Probleme bereitet – neben den Sprachen hat sie eine weitere große Leidenschaft: Das Klavierspielen und tanzen. [...] Dass sie studieren wird, steht für die junge Frau bereits fest. Welches Fach, aber noch nicht. "Medizin wäre toll", sagt sie. Den nötigen Ehrgeiz hat sie.[...]
Pforzheimer Zeitung
Stipendium erhalten
PFORZHEIM. Die in Pforzheim lebende Irakerin Khalaf Ismail Zaman ist Streitschlichterin, leitet Mathe-AG für jüngere Schüler, ist in der Badminton-AG, Klassensprecherin und zweite Schülersprecherin. Sie ist außerdem eine von 32 Mädchen und 18 Jungen aus 24 verschiedenen Herkunftsländern, die im Weißen Saal des Neuen Schlosses Stuttgart in das Programm "Talent im Land Baden-Württemberg" aufgenommen wurden. [...] Bewerben können sich Schüler, die mindestens die achte Klasse besuchen. Neben ihren vielfältigen Talenten müssen die Schüler Ausdauer, Zielstrebigkeit und soziales Engagement beweisen. Eine unabhängige Jury hat die 50 neuen Stipendiaten aus 374 Bewerbungen ausgewählt. Ihnen wird nun mit einem umfassenden Unterstützungskonzept die Chance auf eine akademische Ausbildung ermöglicht.pm
28.09.2010
Stuttgarter Nachrichten
Talente sollen es in der Schule leichter haben
Land vergibt heute 50 Stipendien an erfolgversprechende Schüler
Von Nadine Thielen
STUTTGART. In der Spanisch-AG war die Schülerin Tuba Aini der Lehrerin aufgefallen. "Dabei hatte sie mich nur ein halbes Jahr im Unterricht", erzählt Tuba. Lange genug, um zu entdecken, dass Tuba ein Talent im Land Baden-Württemberg (TIL) werden könnte. Sie motivierte die Schülerin, sich um
das Schülerstipendium zu bewerben - mit Erfolg: Am heutigen Dienstag überreicht Georg Wacker, Mitglied des Landtags und Staatssekretär für Kultus, Jugend und Sport, der Schülerin mit afghanischen Wurzeln und 49 weiteren Schülern mit Migrationshintergrund die Urkunde für das Talent im Land im Neuen Schloss in Stuttgart. [...]Die Eltern zogen 1988 nach Deutschland. Hier wurden Tuba und ihre beiden Schwestern geboren. Heute ist Tuba 16 Jahre alt. Sie besucht die elfte Klasse der Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule im Osten. In zwei Jahren will sie Abitur machen.
Laut Schulstatistik haben 2007 nur 6,2 Prozent aller Jugendlichen ohne deutschen Pass das Abitur abgelegt. Die Robert-Bosch-Stiftung und die Baden-Württemberg Stiftung wollen diese Zahl verbessern. Deshalb vergeben sie seit 2003 das Schülerstipendium TIL. Momentan gibt es 200 Stipendiaten. "Integration kann am wirkungsvollsten durch Bildung erreicht werden", sagt Susanne Mayr, die Sprecherin von TIL. "Deshalb ist es unser Ziel, junge Bildungstalente zu fördern." 347 Jugendliche ohne deutschen Pass oder mit ausländischen Eltern haben sich in diesem Jahr beworben. Frühestens ab der achten Klasse können sie mitmachen. "Wir fördern die Stipendiaten bis zum Abitur oder der Fachhochschulreife", sagt Susanne Mayr. Neben guten Schulnoten ist es auch wichtig, dass sich die Jugendlichen sozial, politisch oder gesellschaftlich engagieren.
Tuba war stellvertretende Schulsprecherin an ihrer alten Schule. Außerdem engagiert sie sich im Jugendhaus Neugereut. Eine Leidenschaft von Tuba aber ist Fußballspielen. [...] Neben Tuba dürfen sich drei weitere Stuttgarter über 200 Euro im Monat für Lern- und Arbeitsmaterial freuen. Außerdem können die Stipendiaten Zusatzunterricht in Deutsch oder in einer Fremdsprache bekommen und Seminare sowie Studientage besuchen. Bei Bedarf bekommen sie sogar einen Computer.
Was Tuba einmal werden möchte, weiß sie noch nicht. "Ich möchte einen kreativen Beruf haben." Erst einmal erwartet Tuba die Urkundenverleihung. Auch ihre ehemaligen Klassenlehrer werden im Neuen Schloss dabei sein. Ob die Spanischlehrerin da sein wird, weiß Tuba nicht. Immerhin hat die Lehrerin als Erste Tubas Talent erkannt.
Südkurier
Sie lernen freiwillig in den Ferien
[...] Überlingen (as) Ressourcenkonflikte, mathematische Netzwerk-Theorie, NeoÖkologie:
Stichworte, die nach Hörsaal klingen, nicht nach Sommerferienkost. Trotzdem sind die 100 Jugendlichen, die einen Platz für die Sommerakademie der
Stipendienstiftung "Talent im Land" bekommen haben, hellauf begeistert von dem Stoff, den sie acht Tage lang im Salem-College von Lehrstuhlinhabern und wissenschaftlichen Universitätsmitarbeitern vermittelt bekommen. "Was hier geboten wird, übertrifft alle meine Erwartungen", schwärmt Sultan Tavsancioglu.
[...] Die Sommerakademie steht unter dem Thema "Nichts bleibt, wie es war? Modelle für Morgen. Wissenschaft für die Zukunft". Die Teilnehmer haben die Wahl zwischen sieben Kursen: Sozialpsychologie, Ökosystemmanagement, Politikwissenschaft, Astrophysik, angewandte Mathematik, Wirtschaft und Molekularbiologie. Das ist anspruchsvolle Kost. "Aber wir haben uns nach Dozenten umgesehen, die für ihr Fach begeistern können", sagt Akademieleiter Ingo Straten. [...]
Die Sommerakademie gibt den Stipendiaten Gelegenheit, das Uni-Leben schon einmal etwas kennenzulernen. Der Stoff, der in den täglich fünf Stunden umfassenden Kursen vermittelt wird, bewegt sich etwa auf dem Niveau der Erst- und Zweitsemester. "Aber die Dozenten achten darauf, dass jeder mitkommt", betont Ahmad Barjawi, der den Astrophysik-Kurs belegt.[...] Für die Sommerakademie hat er sich deshalb beworben, weil er von anderen Stipendiaten gehört hat, dass die acht Tag im Salem-College der Höhepunkt des Stipendiatenlebens sind, das mit dem Abitur endet. "Die Sommerakademie ist die perfekte Mischung aus Lernen, Spaß und Freizeitangeboten", findet Ahmad. [...]
Sultan schätzt es, dass man als Stipendiat von "Talent im Land" so vielen Gleichaltrigen mit etwa denselben Ausgangsvoraussetzungen begegnet und sich mit ihnen austauschen kann. Ihr wird die Sommerakademie schon deshalb in Erinnerung bleiben, weil sie vor dem Plenum der Akademieteilnehmer den Schriftsteller Abbas Khider interviewen durfte. Der Adelbert-von-Chamisso-Förderpreisträger 2010 hielt im Rahmen des Abendprogramms eine Lesung.
Gmünder Tagespost
Talent im Land fördert Kinder aus Einwandererfamilien
[…] Getragen von der Robert Bosch Stiftung und der Baden-Württemberg Stiftung fördert ‚Talent im Land’ begabte Schüler mit Migrationshintergrund. Leos Nihat Kayhan, Ismail Özergen und Viola Schramm vom Parler-Gymnasium freuen sich, dass sie ab 1. September zum Kreis der Stipendiaten gehören.
Schwäbisch Gmünd. Auf die Idee mit dem Stipendium hat sie ihr Lehrer Stephan Gora gebracht. Er hat an der Evangelischen Akademie Bad Boll davon gehört und war sofort begeistert von der Idee, Kinder aus Einwandererfamilien zu fördern. „Diese Kinder sind“, so sagt er, „immer auch Botschafter zweier Länder und schreiben mit dem, wie sie ihre Talente und Begabungen einsetzen, ein Stück Integrationsgeschichte.
Für Viola Schramm, Tochter einer Engländerin und eines Deutschen, ist das Stipendium eine große Chance, neue Leute kennenzulernen und neue Anregungen zu bekommen. Mit dem Stipendium ist schließlich nicht nur ein Geldbetrag verbunden, sondern auch ein reichhaltiges Bildungsprogramm, das aus Seminaren, Studientagen und Sommerakademien besteht. […]
Der dreizehnjährige Ismail Özergen freut sich besonders auf die ersten Treffen der Neu-Stipendiaten im September. Ismails Eltern, beide aus Ankara stammend, haben schon früh erkannt, wie wichtig eine gute Ausbildung ist. Bücher und der Besuch der Bibliothek gehören zum Familienalltag.[…]
Disziplin und Respekt sind für Leos Nihat Kayhan die Basis seines vielfältigen Engagements. Der Dreizehnjährige besucht an seiner Schule die Theater AG, den Chor, den Debatingclub, betreibt in seiner Freizeit Kunstturnen als Leistungssport, spielt Klavier und hat immer noch genug Zeit für die Schule. […]
Auf die Frage, ob bei so vielen Aktivitäten noch Zeit für Freunde bleibt, antwortet Leos, dass acht seiner Freunde gerade auf dem Bolzplatz auf ihn warten. Und ab geht’s, um den lauen Sommerabend noch voll auszukosten. […]
Sonntag Aktuell
Die Supertalente
Von Lisa Welzhofer
Migration und Bildung – das muss nicht immer ein Problemthema sein. Das Stipendienprogramm „Talent im Land“ für Zuwandererkinder hat dieses Jahr so viele Abiturienten wie noch nie verabschiedet. Beispiele wider die Schwarzrechnerei.
Özgür Kibarogullari ist fast ein bisschen unheimlich – so mustergültig ist der 21-jährige Türke: Mit 13 Jahren nach Deutschland gekommen, von der Hauptschule bis aufs Gymnasium gekämpft, engagiert in der Hausaufgabenhilfe und im Projekt „Deutsch-Türkischer Runder Tisch“, Basketballtrainer und Stipendiat.[…]
Mit dem Programm TiL wollen die beiden Stiftungen [...] ein Zeichen setzen gegen die Schwarzmalerei und -rechnerei – und den
„Rohstoff Geist fördern“, wie es Günter Gerstberger nennt, Bereichsleiter Bildung bei der Robert-Bosch-Stiftung. Seit 2003 hat das Programm 400 junge Migranten aus ganz Baden-Württemberg mit Geld und Know-how bis zur Hochschulreife begleitet[…].
62 von ihnen sind diese Woche bei einer Feier verabschiedet worden – Rekord für das Programm. Personifiziertes Multikulti-Deutschland auf der Bühne des Literaturhauses in Stuttgart, einer Stadt, in der 40 Prozent der Bürger einen Migrationshintergrund haben. […]
Auch Derya Erkilic gehört dazu. „Starkes Mädchen“ ist ein Begriff, der auf die 19-Jährige mit türkischen Wurzeln, aber ohne Kopftuch passt – ob sie nun Fußball spielt, als Streitschlichterin wirkt, nebenbei im Supermarkt arbeitet oder im Jugendrat Stuttgart mitmischt. […] Derya Erkilic wird jetzt wahrscheinlich für das Lehramt studieren. Noch eine gute Nachricht zum Thema Migration und Bildung.
Mannheimer Morgen
Studientag: Stipendiaten treffen sich im ZEW
Ganz nah dran an der Wissenschaft
So viele junge Menschen erlebt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) selten. Rund 170 Stipendiaten im Alter von 16 bis 19 Jahren tummelten sich am Samstag in den Räumen der Mannheimer Forschungseinrichtung, um ganz praktisch zu erleben, womit Wirtschaftswissenschaftler sich den ganzen Tag beschäftigen. […]
Thomas Kohl stellte als Geschäftsführer und kaufmännischer Direktor das ZEW selbst vor und erläuterte die Karrieremöglichkeiten im Institut. Anschließend demonstrierte Maresa Sprietsma anhand eines Fragebogens, den die Teilnehmer ausgefüllt hatten, wie man diese Daten analysieren kann.
Nach der Mittagspause hatten die jungen Forscher Gelegenheit, in Workshops zu diskutieren. Diese beschäftigten sich mit Klimapolitik, den Finanzmärkten, der Frage, warum Menschen spenden, dem Internet, dem Thema Märkte und Preisbildung, der Frage nach einer gerechten Verteilung von Vermögen und Einkommen und mit der Pressearbeit des ZEW.
Südwest Presse
Talente, die unser Land bereichern
Ibrahim Altun ist einer von 50 Stipendiaten – Heute werden sie von Oettinger empfangen
Ibrahim Altun wird der erste in seiner Familie sein, der Abitur hat. Er will Jura studieren, vielleicht in die Politik gehen. Neben der Schule engagiert er sich ehrenamtlich und ist eines der "Talente im Land".
[...]Ist er doch nicht nur ein guter Schüler, sondern engagiert sich auch im Arbeitskreis Generationentreff, bei dem Schüler regelmäßig Bewohner des Altenheims besuchen, ist Mitglied im AK Umwelt des Gymnasiums und spielt E-Bass in der Musikschule. "Ehrenamt macht Spaß" sagt Ibrahim Altun.[...]
[...]Ganz nah ist er bereits heute einem Politiker: Die Stipendiaten von „Talent im Land“ werden von Ministerpräsident Günther Oettinger im Staatsministerium empfangen, er ist der Schirmherr des Stipendium-Programms. Oettinger lobt die jungen Menschen, die mit ihren Ideen und ihrem Engagement unser Gesellschaft bereichern. „Der große Erfolg unseren Landes wäre ohne sie nicht denkbar."
Badische Zeitung
„Jemand glaubt an mich“
[...]von Thomas Loisl Mink
Vor knapp sechs Jahren kam Yuliya Lypovets mit ihren Eltern aus der Ukraine nach Deutschland und konnte kaum ein Wort Deutsch. Heute spricht sie die Sprache fast akzentfrei, besucht das Wirtschaftsgymnasium, hat einen Notendurchschnitt von 1,6 und erhielt diese Woche ein Stipendium für besonders begabte Jungendliche mit Migrationshintergrund. Ministerpräsident Günther Oettinger persönlich hat Yuliya Lypovets am Montag die Urkunde überreicht. [...]
[...]„Es war spannend für mich, da mitzumachen“ sagt Yuliya Lypovets. Die Teilnehmer stammten aus 20 verschiedenen Ländern, sprachen unterschiedliche Sprachen , aber hatten dieselben Sorgen und Probleme, wie sie festgestellt hat. „Das Stipendium zeigt mir, dass jemand an mich glaubt“, freut sie sich. [...]
Stuttgarter Zeitung
Migranten werden zu Vorbildern
Stipendium „Talent im Land“
[...] Gestern begrüßt Ministerpräsident Günther Oettinger 50 neue Stipendiaten im Kreis der Geförderten. Die StZ stellt vier dieser Schüler vor. von Jan Georg Plavec
Für viele war es das erste Mal, dass sie das Neue Schloss von innen gesehen haben. Die 34 Schülerinnen und 16 Schüler, die gestern im Weißen Saal aus den Händen von Ministerpräsident Oettinger das Schülerstipendium „Talent im Land“ erhalten haben, leben in einer anderen Realität.
Die Stipendiaten stammen allesamt aus Zuwandererfamilien, haben ihre Wurzeln in Russland, Sri Lanka oder Brasilien, in Tadschikistan, dem Kosovo oder der Türkei. Viele von ihnen leben erst seit wenigen Jahren in Baden-Württemberg, einige wohnen mit drei oder mehr Geschwistern zusammen. Ihr gemeinsames Kennzeichen ist ihre Begabung: Die Stipendiaten erhalten erstklassige Noten und engagieren sich überdies sozial.[...]
Schwäbische Zeitung
Zug um Zug zum Erfolg
„Talent im Land“ unterstützt begabte Zuwanderer auf ihrem Weg zum Abitur. Derzeit fördert das Stipendienprogramm 400 Schüler. Einer von ihnen ist Georg Schalaschov aus Ravensburg. von Christiane Wohlhaupter
Aktien, Depots und wirtschaftliche Zusammenhänge haben es Georg Schalaschov angetan. Nach dem Abitur will der 21-Jährige Wirtschaftsmathematik oder Wirtschaftswissenschaften studieren. „Das vermittelt das Fachwissen, die Denkweise und Logik, die man für dieses Berufsfeld braucht“, sagt er. Schalaschov ist 21 Jahre alt, besucht die zwölfte Klasse am Ernährungswissenschaftlichen Gymnasium in Ravensburg und erhofft sich einen Abischnitt zwischen 1,1 und 1,5. Was er erreichen will, packt er zielstrebig und engagiert an – seien es Klausuren oder Projekte wie „Jugend forscht“, „Planspiel Börse“ oder die Mitarbeit im Kinderregenwaldteam. Vor knapp fünf Jahren hat er mit seinen Eltern Russland verlassen – „Krawatte“ und „Institution“ waren damals einige der wenigen Worte, die er aufdeutsch kannte. Die Verständigung klappt schon lange problemlos,wer genau hinhört, kann aber an seiner Aussprache die Herkunft erahnen. Seit dem Schuljahr 2004/2005 wird Schalaschov von „Talent im Land“ unterstützt – genauso wie 249 andere Jungen und Mädchen in Baden-Württemberg und 150 in Bayern. Jährlich kommen pro Bundesland bis zu 50 neue Stipendiaten hinzu. [...]
Gäubote
"Bei manchen war die Flucht spektakulär"
Integration durch Bildung: Landesstiftung vergibt Stipendien auch an die Herrenberger Irene Domme und Meru Alagalingam
Herrenberg - Die öffentliche Debatte über das Ausmaß von jugendlichen Straftätern mit Migrationshintergrund verdrängt leicht die Erfolgsgeschichten vieler junger Menschen aus Migrantenfamilien. Besonders bemüht, die Integrationsfrage nicht zu politisieren, sondern konstruktiv und zukunftsträchtig anzugehen, ist die Initiative "Talent im Land Baden-Württemberg - Schülerstipendien für begabte Zuwanderer". Zwei der Landesstipendiaten kommen aus Herrenberg.
von Fabian Erhardt
[..] Zu der Zeit ihrer Bewerbung besuchte Irene Domme, die mit ihrer Familie vor zehn Jahren von Sibirien nach Deutschland kam, noch die Hauptschule. Inzwischen steht sie vor einem Abschluss am Böblinger Wirtschaftsgymnasium. Ihr nächstes Ziel ist ein BA-Studienplatz. Die tatkräftige Unterstützung hat ihr auf ihrem Weg sehr geholfen: "Die Leute dort gehen auf uns ein, kümmern sich, ermutigen uns auch zu außerschulischen Tätigkeiten wie Vereinssport. Vor allem zeigen sie, dass sie an uns glauben“, betont die 19-Jährige. "Finanzielle Unterstützung könnten wie auch von anderen Programm bekommen“, sagt Meru Alagalingam, der dreifache Sieger des Landeswettbewerbs für Mathematik und Abiturient am Schickhardt - Gymnasium, dessen Eltern bereits vor 25 Jahren aus Sri Lanka eingewandert sind, "das Besondere ist das Drumherum und die Menschen, die man kennenlernt.“ […]
Stuttgarter Zeitung
Nachmittags wird gelernt statt geputzt
Zum fünften Mal vergeben die Robert Bosch Stiftung und die Landesstiftung Schülerstipendien
Das Programm "Talent im Land" fördert jedes Jahr fünfzig Schüler aus Baden-Württemberg. Sie haben alle eines gemeinsam: Deutsch ist weder ihre Muttersprache, noch sind sie in Deutschland geboren. Gestern wurden die Stipendiaten feierlich im Neuen Shloss begrüßt.
von Katharina Schönwitz
Für Suthamini Kunalingam stand nach der Schule nicht als erstes Hausaufgaben auf dem Programm, sondern Putzen. Jeden Tag zwei Stunden. Zu viel, fand ihre Lehrerin. Doch die 18-jährige hatte keine andere Wahl, sie musste neben Schule arbeiten. Anders konnte sie sich die Schulbücher, Hefte und die Lexika nicht leisten. Ihr Vater war schon vor ihrer Geburt von Sri Lanka nach Deutschland gezogen. Suthamini Kanalingam folgte ihm erst vor fünf Jahren mit ihren fünf Geschwistern und ihrer Mutter nach Bad Cannstatt. Zuerst lernte sie ein Jahr Deutsch, ging dann auf die Hauptschule und wechselte zwei Jahre später auf die Realschule. Heute geht die 18-jährige in die 11. Klasse des Wagenburg Gymnasiums. "So gut ist mein Durchschnitt auch nicht", meint die Schülerin. "Nur 2,0 oder so." Seit diesem Schuljahr zählt sie nun zu den fünfzig neuen Stipendiaten des Programms "Talent im Land Baden-Württemberg". Sie muss nicht mehr putzen und kann sich zusätzlich sogar noch Deutsch-Nachhilfe leisten. [...]
Auf dem Flugplatz ist Ibrahim Aydinli einfach nur der Ibo
von Christian Deker, dpa
Stuttgart (dpa/lsw) - "Ich bin Türke", sagt Ibrahim Aydinli. "Das klingt schrecklich, wenn man nur Negatives damit verbindet. Ich verbinde aber Gutes mit diesem Begriff." Ibrahim ist 18 Jahre alt, spricht akzentfrei schwäbisch und ist seit Mittwochabend Stipendiat im Programm "Talent im Land", das von der Robert Bosch Stiftung und der Landesstiftung Baden-Württemberg aufgelegt wird. Damit hat er nun schwarz auf weiß, dass er begabt und engagiert ist - so steht es in der Ausschreibung. Eben ein Talent [...]
Er sitzt in seinem Anzug im Stuttgarter Neuen Schloss, seine blauen Augen blicken gespannt in die Runde, die dunklen Haare hat ermit ein wenig Gel in Form gebracht. Mit dem Anzug sei es ihm fast schon unangenehm gewesen, Straßenbahn zu fahren. "Andere sagen, ich sei ein Türke der anderen Sorte, sagt er. Das stimme aber nicht. Die
Türken, die in der Gesellschaft auffallen, seien einzelne negative Bespiele. Die meisten würden im Alltag gar nicht als solche wahrgenommen. "Würde man mal alle Türken auf der Straße mit einem farbigen Band markieren, würden sich die meisten Leute wundern", sagt er. [...]
Seit zwei Jahren nimmt er nun Unterricht im Segelfliegen. Den Kurs finanzierte er am Anfang mit seinem ersparten Geld und kleinen Nebenjobs, die Finanzspritze durch das Stipendium kommt ihm jetzt nicht ganz Unrecht. Er genieße es beim Fliegen, völlig frei entscheiden zu können, wohin man fliegt. Im Sommer ist Ibrahim jedes zweite Wochenende auf dem Flugplatz und freut sich an der Freiheit in der Luft - aber auch am Boden. Dort ist er nicht "der Türke" und auch nicht "der Deutsche". Ich bin dort einfach der Ibo. [...]", sagt er und grinst.
SWR International in SWR Contra
50 neue Stipendiaten bei Talent im Land Baden-Württemberg
suedkurier.de -
Junge Talente gestalten Globalisierung
Robert-Bosch-Stiftung fördert begabte Kinder von Zuwanderern - Sommerakademie am Salem College
Zum zweiten Mal veranstaltete die Robert-Bosch-Stiftung eine Sommerakademie für die Stipendiaten ihres Programms "Talent im Land". 90 Schüler der Mittelstufe aus 28 verschiedenen Herkunftsländern waren eine Woche zu Gast im Salem College, vorwiegend junge Gymnasiasten, aber auch einige Real- und Hauptschüler, und setzten sich in fünf Kursen mit dem Thema "Werte und wertvolles Tun" auseinander.
von Hanspeter Walter
[...] Rebeccas Familie kommt aus Nigeria, doch Schwaben hat bei ihr längst seine sprachlichen Spuren hinterlassen. Wenn sie das "Mir" als Personalpronomen verwendet, muss selbst Nadir schmunzeln, der aus Pakistan stammt und in Reutlingen zuhause ist. Er steuert die Illustration des Globalisierungsspiels, das der Kurs "Wirtschaft" entwickelt hat. Volkwirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Themen waren voraus gegangen, und ein Besuch in der Spieleschmiede bei "Ravensburger". Dann machten sich die Jungen und Mädchen an ihr eigenes Regelwerk zur Gestaltung der Globalisierung; würden sie überall gelten, sähe die Welt bald anders aus.[...]
Schwarzwälder Bote
Besuch beim Bundespräsidenten
Bailingen-Ostdorf. Audienz beim deutschen Staatsoberhaupt: Der Gymnasiast Helmuth Haas aus Ostdorf trifft heute um 13.30 Uhr Bundespräsident Horst Köhler bei einer Diskussionsrunde und einem Fotoshooting im Schloss Bellevue in Berlin.
[...] Insgesamt 25 Stipendiaten diskutieren heute mit Köhler über Migration, Integration, Bildung und Chancengleichheit - Themen, welche direkten Bezug zu dem Stipendienprogramm haben, an dem der 18-Jährige aus Ostdorf teilnimmt.
[...] Gute Noten und gesellschaftliches Engagement seien die wichtigsten Voraussetzungen für das Stipendium. Und diese erfüllt Haas: Er hat einen Notendurchschnitt von 1,4, ist Klassensprecher, gibt Nachhilfe und arbeitet bei der Schülerzeitung sowie der SMV mit. Zudem kommt Haas aus einer kinderreichen Familie - er hat neun Geschwister -, ein weiteres Auswahlkriterium.
Haas, dessen Wunschberuf Wirtschaftsingenieur ist, freut sich sehr auf das Treffen mit Bundespräsident Horst Köhler und auf den Aufenthalt in Berlin. [...]
Stuttgarter Nachrichten
"Ich habe mir Deutsch selbst beigebracht"
Kristina Borbus aus Kasachstan wird als baden-württembergisches Talent gefördert
Schon bald wird Kristina Borbus über ihren Abiturprüfungen brüten. Dass sie gut abschneiden wird, ist fast schon sicher. Dabei sprach die 20-Jährige aus Bopfingen im Ostalbkreis vor neun Jahren noch kein einziges Wort Deutsch.
von Eva Wirth
Mit elf Jahren kam Kristina Borbus mit ihren Eltern aus Kasachstan nach Deutschland. Sprache und Land waren ihr nicht vertraut. Keine optimalen Bedingungen für den Start an der Realschule. [...] Aber ohne Worte klappte die Kommunikation mit den neuen Klassenkameraden nicht. [...]
"Ich habe mir Deutsch selbst beigebracht", sagt sie fehlerfrei, mit nur einem leichten Akzent. "Mein deutscher Wortschatz ist mittlerweile größer als
mein russischer", sagt Borbus. Bald gab sie ihren Mitschülern Nachhilfe, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Ihre Noten waren tadellos.
Dann nahm sie ein Lehrer beiseite. Er wusste, dass die finanzielle Lage der Familie Borbus nicht gerade rosig war. Deshalb ermunterte er sie, sich bei "Talent im Land Baden-Württemberg" zu bewerben. [...] Da die Schülerin die Kriterien erfüllte, bekam sie 2004 das Stipendium. In diesem Jahr wechselte sie als Jahrgangsbeste auf ein berufliches Gymnasium mit biotechnologischer Ausrichtung. [...]
14.10.2006
50 Stipendien für zugewanderte Schüler
Initiative Talent im Land fördert begabte Migrantenkinder - Minh-Khai Phan-Thi zu Gast im Neuen Schloss
von Susanne Spotz
[...] "Sie gehören zu den besten Schülern mit ausländischer Herkunft in Baden-Württemberg", sagte Rau beim Festakt im Marmorsaal des Neuen Schlosses. "Durch ihr Vorbild sollen sich auch andere etwas zutrauen und sich in die Gemeinschaft einbringen." Damit die Schüler die Chance nutzen und erfolgreich sein können, stellte das Land ein kreatives Bildungsangebot bereit.
Talent im Land ist eine Initiative der Robert Bosch Stiftung, der Markelstiftung und der Landesstiftung Baden-Württemberg. Die Organisationen stellen seit 2003 900 000 Euro pro Schuljahr für begabte Schüler bereit. Die Stipendiaten sollen dadurch motiviert werden, das gesteckte Ziel - das Abitur oder die Fachhochschulreife - zu erreichen. Die Schüler sind zwischen 14 und 21 Jahre alt und zeichnen sich durch besonders gute Noten, soziales Engagement oder besondere Leistungen wie die Teilnahme an interkulturellen Projekten aus. [...]
14.10.2006
Gute Noten sind nicht alles
Das Förderprogramm "Talent im Land" hilft jedes Jahr 50 begabten Buben und Mädchen aus Ausländer- und Spätaussiedlerfamilien bei ihrer schulischen Karriere.
"Ich möchte immer noch besser in der Schule sein, ich bin nie mit mir zufrieden", sagt die 16-jährige Bariya Sinduh aus Reutlingen. "Nach dem Abitur will ich Luft- und Raumfahrttechnik studieren", träumt der 17-jährige Muhammet Gökkaya aus Stuttgart. Sie gehören zu den talentiertesten Schülern im Südwesten und haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind nicht in Deutschland geboren und wurden mit 48 anderen Begabten ins Förderprogramm "Talent im Land" aufgenommen.
Robert-Bosch-Stiftung, Markelstiftung und Landesstiftung bezahlen das Programm. Seit 2003 werden jedes Jahr 50 Schüler aus Ausländer- und Spätaussiedler-Familien aufgenommen. [...]
10.08.2006
Stipendiaten intellektuell und sozial gefordert
Sommerakademie des Förderprogramms "Talent im Land" für begabte Zuwanderer - 80 Teilnehmer in Salem dabei
von Hanspeter Walter
[...] "Robotik" ist eines von sechs Kursangeboten, bei denen sich die Teilnehmer der ersten Sommerakademie "Talent im Land" in ein Thema vertiefen können. Finanzmathematik, Literatur, Wirtschaft, Biogenetik und Geschichte sind weitere Schwerpunkte, mit denen sich die rund 80 begabten Stipendiaten aus ganz Baden-Württemberg zehn Tage lang in den Räumen des Salem-College auf dem Härlen auseinandersetzen können. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alle aus Zuwanderer-Familien rund um den Globus stammen. [...]
27.05.2006
Die Aufsteiger
Haben Jugendliche aus Zuwandererfamilien überhaupt eine Chance im deutschen Bildungssystem? Diese Jugendlichen widerlegen die Pisa-Formel
von Petra Kistler
[...] Das Stipendienprogramm der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der Landesstiftung Baden-Würtemberg hat das Ziel, begabte Schüler aus Zuwandererfamilien beim Erreichen des Abiturs oder der Fachhochschulreife zu unterstützen. Jedes Jahr werden 50 Schülerinnen und Schüler aus Baden-Württemberg mit monatlichen Stipendien von durchschnittlich 200 Euro und Bildungsangeboten gefördert. Bewerben können sich alle Schüler, die das Abitur oder die Fachhochschulreife anstreben, auch wenn sie derzeit noch die Haupt-, Werkreal-, Berufsfach-, oder Realschule besuchen. Aufnahmekriterien sind Engagement, Begabung und die finanzielle Bedürftigkeit.
10. April 2006
Zwischenfrage "Wir brauchen mehr ausländische Lehrer"
von Christoph Hickmann
Philip Özdemir, 18, ist ein Auserwählter. So würde er das zwar selbst nicht ausdrücken, doch wegen seiner hervorragenden Leistungen in der Schule wurde der Gymnasiast aus Salach im Kreis Göppingen in das Stipendienprogramm "Talent im Land Baden-Württemberg" aufgenommen. Die Robert Bosch Stiftung und die Markelstiftung fördern damit besonders begabte Schüler aus Einwandererfamilien. Dass es auch solche Erfolgsgeschichten gibt, geht in der aktuellen Debatte um Migrantenkinder und Hauptschulen meist unter. [...]
25. Februar 2006
Herausgeber: Deutscher Caritasverband e.V.
Talentschuppen
Wie die Robert Bosch Stiftung durch Schülerstipendien für begabte Zuwandererkinder die Integration fördert.
von Stefan Scheytt
Jedes Jahr im Oktober im Marmorsaal des Neuen Schlosses in Stuttgart: Damen und Herren in Kostüm und Anzug, Politiker, Unternehmer und Prominente wie üblich. Ungewohnt sind die Jugendlichen wie Mehmet, Oxana, Arzu, Meru, Javad oder Mergime. Fein herausgeputzt und nervös sitzen sie neben ihren Eltern, ebenfalls herausgeputzt und nervös, während ein Minister eine Ansprache hält. Dann werden Mehmet, Mergime und Meru nach vorne auf die Bühne gerufen, um Urkunden entgegenzunehmen. Darauf steht, dass sie ein förderungswürdiges „Talent im Land Baden-Württemberg“ sind. [...]
12. Februar 2006
Talentschuppen
Die Robert Bosch Stiftung vergibt jährlich 50 Stipendien an begabte und zielstrebige Zuwandererkinder in Baden-Württemberg
von Stefan Scheytt
[...] Seit 2003 firmiert das Programm, das inzwischen auch von der Landesstiftung Baden-Württemberg getragen wird, unter dem Namen "Talent im Land". Jährlich erhalten 50 Kinder aus bedürftigen Zuwandererfamilien Stipendien, die meist im Alter von 14 Jahren beginnen und mit dem Schulabschluss enden. Ausgewählt werden Schüler, die sich durch besondere Leistungen in und außerhalb der Schule hervortun, die ehrgeizig und zielstrebig sind. Monatlich bekommen sie im Schnitt 200 Euro, von denen sie Sprachkurse, Bücher und Zeitschriften bezahlen, aber auch die Kinokarte und neue Fußballschuhe. Extra Zuschüsse von vielen hundert Euro können sie für Sprachreisen, Klassenfahrten, Austauschprogramme oder einen Computer bekommen. Außerdem erhalten sie bei einer eigenen Stiftungsstelle in Tübingen Rat in Bildungs- und Lebensfragen und besuchen regelmäßig Seminare.
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